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MÖBEL

WAS FÜR EIN FANG!

Könnten Sie bitte einmal tief einatmen und die Luft dann mit einem satten Mööööööööp-Ton zwischen den Lippen hervorpressen? Ja, ziemlich gut! Und das stellen Sie sich jetzt bitte mit ungefähr tausendfacher Intensität vor – dann haben Sie einen recht guten Eindruck davon, welcher Geräuschkulisse die auf diesen Seiten präsentierten Hölzer etwa hundert Jahre lang ausgesetzt waren. Schwer vorstellbar? Dann fangen wir am besten ganz vorne an …

Diese Kerben wurden eindeutig von Handbeilen geschlagen. Da bereits zu Zeiten der Weimarer Republik die Technisierung in der Holzbearbeitung einsetzte, muss das Holz also gut und gerne ein Jahrhundert auf dem Buckel haben

Wir schreiben das Jahr 1921. Es herrscht Aufbruchstimmung, die goldenen Zwanziger beginnen sich warmzulaufen. Ähnlich geht es einigen seefesten Männern im Hamburger Hafen: Mit schweißglänzenden Gesichtern rammen sie meterlange und tonnenschwere Holzpfähle in den Hafengrund. Duckdalbe um Duckdalbe muss platziert werden, damit der prosperierende Hafen die immer größere Zahl an Frachtschiffen bewältigen kann. Nicht nur Fahrrinnen werden so abgesteckt, auch Haltepunkte zum sicheren Vertäuen der Kähne. Gute hundert Jahre haben die Duckdalben den
Frachtern ihren Weg gewiesen oder ihnen festen Halt geboten.

Und dann? Dann kam dieser Mann: Dag Jansson Perslow, Halbschwede und Vollblut-Designer. Und zur rechten Zeit am rechten Ort, nämlich als die historischen Duckdalben mit schwerem Gerät aus dem Wasser geborgen wurden. Er wusste sofort: Dieses Holz ist eine Rarität! Der passionierte Möbelbauer mit eigener Tischler-Werkstatt inmitten der Hamburger Speicherstadt ist immer auf der Suche nach besonderen Hölzern für seine In- und Outdoor-Kreationen. Aber ein solches Holz kommt selbst ihm nicht oft unter den Hobel. Im Hafen nannten sie es südamerikanische Eiche, aber offensichtlich war: Mit der heimischen Eiche hat es nicht viel gemein; die wäre unter denselben Bedingungen bereits nach wenigen Jahren eingeknickt. Tatsächlich handelte es sich um ein tropisches Hartholz mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis und Schädlinge. Auch nach hundert Jahren, in denen ihm das Wasser bis zum Halse stand, war es noch immer wie geschaffen für ein unverwüstliches Dasein unter freiem Himmel.

Obendrein ist das rötlich-braune Holz so gut wie astfrei und hat geschliffen und geölt eine angenehm glatte Oberfläche. Unbehandelt der Witterung ausgesetzt erhält es eine silbrig-graue Patina, ansonsten passiert – nichts. Dag war klar: Das ist einfach perfekt für einzigartige Outdoor-Möbel.

Fangfrisch aus dem Hamburger Hafen: Nahezu naturbelassene Abschnitte der Duckdalben aus tropischem Hartholz machen drinnen wie draußen eine gute Figur, als Beistelltisch oder auch einfach nur als Blickfang

Wo gehobelt wird, da … ist ein Meister am Werk. Dag Jansson Perslow ist Autodidakt erster Güte. Seine Möbel beweisen es

„Die besondere Herausforderung war für mich, der rauen Geschichte des Materials gerecht zu werden und dennoch Möbel mit einer gewissen Eleganz und Leichtigkeit zu schaffen. Das entspricht einfach meiner ästhetischen Grundhaltung, bei Interieur ebenso wie bei Outdoor-Möbeln.“ Die robusten Planken bilden deshalb keine geschlossene Tischfläche, das wäre zu wuchtig. Sie sind mit einer leichten Schattenfuge nebeneinanderliegend fest mit der Unterkonstruktion des Tisches verbunden. Und diese basiert auf schlanken Beinen aus schwarzem Rohrstahl. Für die dezente Veredelung der Holzoberfläche verwendet Dag ein feines Korn und etwas Öl; die Kanten werden von ihm nur gebürstet, damit die natürlichen Spuren der Verwitterung sichtbar bleiben.

Auf den ersten Blick erkennbar: die eigene, schlicht überzeugende Formensprache und der durchaus robuste, aber zugleich elegante Charakter

Auf den zweiten Blick erkennbar (spätestens bei uns im Möbelhaus): die verlässliche handwerkliche Verarbeitung und die bis ins letzte Detail reichende Sorgfalt

Wir finden das hervorragend! Und es kommt noch besser: Dag kann jedes Möbel auf Wunschmaß bauen, das Ergebnis sind immer handgefertigte Einzelstücke mit ganz eigenem Charakter. Genau solche Möbel sind es, die auch für uns den Unterschied machen!

GUT ZU WISSEN

Endlich auf dem Holzweg
Einen sicheren Berufsweg wählen oder lieber der eigenen Passion folgen? Dag Jansson Perslow hat die Kurve zum Glück noch gekriegt und seinen gut dotierten Posten hinterm Schreibtisch für eine Karriere als Selfmade-Designer an den Nagel gehängt. Seit knapp sechs Jahren entwirft und fertigt er in seiner Werkstatt Möbel mit eigener Handschrift und Ästhetik. Dag achtet auf schlichte, klare Formen und legt großen Wert auf ehrliche handwerkliche Arbeit. Längst hat er sich hierfür die nötige Expertise angeeignet, zum Beispiel im Austausch mit Menschen, die wahre Meister ihres Faches sind – wie etwa Restauratoren, die einfach alles wissen über die ursprünglichen Methoden, Tricks und Kniffe im Möbelbau. Glückwunsch zu dieser Entscheidung!