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UNIKATE

BENVENUTO E BUON APPETITO

Wir bitten zu Tisch. Oder auch zu Tür. Ja, wirklich. Denn wir haben eine echte italienische Spezialität für Sie im Programm: Tische, deren Platten aus den schönsten Regionen bella Italias stammen, wo sie vormals in Burgen, Klöstern oder auch Gefängnissen als Türen oder Portale treue Dienste leisteten

An den einen wurde von außen geklopft, an den anderen von innen – letzteres vermutlich vergebens. Während sich die schweren, vollhölzernen Portale von Burgen, Landgütern und Klöstern hunderte Male zum Einlass erwünschter Besucher geöffnet haben dürften, blieben die nietenbewehrten und oft mit Eisenstreben verstärkten Gefängnistüren zum Leidwesen der dahinter befindlichen unfreiwilligen Gäste zumeist verschlossen.

Die einen wie die anderen sind altgediente Zeitzeugen längst vergangener und zum Teil sagenumwobener Epochen. Was mögen sie alles gesehen, gehört und erlebt haben? Wirklich erfahren werden wir es wohl nie – aber eine Ahnung davon entwickeln, das können wir. Und den unnachahmlichen Charakter der zum Teil über Jahrhunderte entstandenen originalen Patina erleben. Dass dies alles möglich wird, verdanken wir einem Mann mit dem Blick für das Besondere: Simone Marro. Als Schäfer im Norden Italiens führte er sich und seine vierbeinigen Schützlinge Mitte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts durch die entlegensten Regionen Liguriens, des Piemonts und der Lombardei. Immer wieder stieß er bei seinen Wanderungen auf verlassene, halb verfallene und gleichwohl noch immer imposante Gebäude. Manche waren ganz in Vergessenheit geraten und wurden von der Natur vereinnahmt. Anderen rückte man mit schwerem Gerät zu Leibe, um sie zu entkernen oder aber in Gänze zu eliminieren und Platz für moderne Bauten zu schaffen.

Die historischen Türen sind oft reich verziert oder mit ihren Beschlägen zu uneben, um als Tischplatte zu fungieren. Zudem empfiehlt es sich zuweilen, die alte Substanz zu schützen. Die Lösung bietet 15 Millimeter starkes Sicherheitsglas mit gelaserten Aussparungen


Bis ins letzte Detail: Die Beschläge, Scharniere, Blenden und Nägel der oft Jahrhunderte alten Türen sind allesamt handgeschmiedet

 


Der Herr der Türen: Simone Marro hat einen geschulten Blick und ein
sicheres Händchen für historische Hölzer. Unter seinen Fittichen erwachen alte Originale zu neuem Leben

ER KAM, ER SAH, ER HANDELTE

Bei den meisten Umbau- und Abrissarbeiten wurde der historischen Substanz der verarbeiteten Hölzer keinerlei Beachtung geschenkt – ein rücksichtsloses Geschehen, dem Signor Marro unmöglich tatenlos zusehen konnte. Von Haus aus ausgestattet mit einem großen Respekt vor der Natur und – als Schäfer naheliegend – dem Wunsch, zu behüten, rettete er an Türen und Portalen, an Innenraumverkleidungen, Vertäfelungen und Holzeinbauten, was immer ihm möglich war. Speziell seine Sammlung an Türen wuchs stetig – jede einzelne ein mit Geschichte aufgeladenes Meisterwerk der Schreinerkunst.

Folgerichtig fiel alsbald die Entscheidung, den Schäferstab an den Nagel zu hängen und die Schäfchen fortan mithilfe der historischen Türen ins Trockene zu bringen. Freunde und Bekannte warnten vergeblich, dass das Geschäft mit diesem speziellen Handelsgut mühsam und wenig einträglich sei. Aber da hatten sie die Rechnung ohne Simone gemacht. Der verstand es vortrefflich, den Charme der alten Türen wieder lebendig werden zu lassen und dank extrem schonender Restaurierung in seiner ganzen Pracht zur Entfaltung zu bringen. Inzwischen, nach gut 30 Jahren, umfasst seine Sammlung weit mehr als 4.000 Exemplare.

„Ich liebe die Geschichte, die jede einzelne Tür erzählen kann. Und ich respektiere sie. Deshalb versuche ich, so wenig wie irgend möglich zu verändern und nur ganz achtsam zu restaurieren. Auch wenn das jeweils 30 bis 40 Tage in Anspruch nimmt“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Und erwähnt ganz nebenbei, dass die mit Nieten und Sichtgittern besetzten Gefängnistüren sich speziell in modernen Häusern extrem gut als Kellertüren eignen.

Eine Tür ist eine Tür ist eine Tür. Jawohl. Selbst, wenn sie als Tischplatte zu neuen Ehren kommt oder wie hier als hinterleuchtete Wanddekoration

VERGANGENES GEGENWÄRTIG HALTEN

Der Mann weiß, wovon er spricht – und doch fänden wir es fast sträflich, die ungewöhnlichen Originale erneut „ins Reich der Finsternis“ zu verbannen. Uns ist es ein besonderes Anliegen und Vergnügen, sie einmal in ganz anderem Lichte und mit ganz anderer Aufgabe betraut zu betrachten: als unverwechselbare und auf dezente Weise auffällige Tischplatten. Gleiches gilt selbstverständlich auch für weitere ausgewählte italienische Einzelstücke, wie etwa ein Burgportal oder eine altgediente Klostertür, die allein schon dank ihrer Ausmaße jeden Tisch zur Tafel werden lassen. Mit dieser Gabe erfüllen Simones historische Türen eben jenen Anspruch, der uns so unsagbar wichtig ist: Historisches zu bewahren und im Rahmen des Möglichen einer individuellen wohnlichen Nutzung zuzuführen.

Gleiches gilt für bis zu 400 Jahre alte Hölzer, die in fast allen Teilen der Welt vormals als Wandpaneele, Bodenplanken oder Deckenverkleidung zum Einsatz kamen. Wo immer wir auf derart geschichtsträchtige und gut erhaltene Hölzer stoßen, versuchen wir, ihnen neues Leben einzuhauchen. Oftmals gelingt uns das in Form von ausdrucksstarken Tischen.

Manchmal reicht ein Anruf wie dieser: „Herr Voelmy, ich habe gehört, Sie interessieren sich für historische Hölzer?“ – „Stimmt genau.“ – „Dann haben wir hier vielleicht etwas für Sie – ich stehe in einer Scheune, weit über 100 Jahre alt. Diese ist baufällig und nicht zu retten. Aber der Fußboden … original Eiche, fünf Zentimeter stark und mindestens so alt wie das Gemäuer.“ Solche Glücksfälle gibt es nicht oft, aber wenn, dann lassen wir uns nicht zweimal bitten. Hält das Holz, was es verspricht, sorgen wir für einen behutsamen Rückbau und eine minimalinvasive Restauration. Danach beginnt der kreative Teil: Welche Bohlen lassen sich wie kombiniert zu einer Tischplatte von welchen Ausmaßen verbinden? Und welches Gestell komplettiert das Ganze? Dieser Prozess ist immer wieder spannend und endet auch für uns oft mit einer Überraschung. Denn nicht jedes Holz ist mit jeder Art von Gestell in Einklang zu bringen. Aber wenn es passt, dann sind wir jedes Mal total begeistert von der Gesamtwirkung.

GUT ZU WISSEN

WENN SIE NICHTS SEHEN, SEHGEN SIE ALLES
Tatsächlich – nach der Restaurierung sehen Sie: nichts als die Tür im Originalzustand. Ohne den Schmutz, aber mit der Patina der Vergangenheit. Das gilt zumindest dann, wenn Simone Marro und sein Team Hand angelegt haben. Die Restaurateure reinigen die Türblätter zunächst sorgfältig und tragen alte Farbschichten ab. Auch die Beschläge und sonstige Metallteile werden gesäubert und falls nötig sandgestrahlt. Scharniere werden gängig gemacht und geölt. Das Holz wird mittels einer speziellen Wärmebehandlung vor Wurmbefall geschützt und anschließend gewachst oder geölt. Etwaige ursprüngliche Bemalungen werden schonend instand gesetzt. Je nach Größe und Zustand der Türen kann das gesamte Prozedere bis zu 40 Tage in Anspruch nehmen.


Vom riesigen Besprechungstisch bis zur ausgefallenen Dining-Tafel oder dem praktisch-rustikalen Arbeitsplatz: Wer an einem historischen Unikat Platz nimmt, darf sich über eine besondere Inspirationsquelle freuen

 


MIT AUGENMASS UND FINGERSPITZENGEFÜHL

Im Laufe der Jahre haben wir viel Erfahrung gesammelt und können recht genau vorhersagen, ob die zur Tischplatte umgewandelten Eichen-Bohlen, die antiken Türblätter aus Italien oder die mehr als 100 Jahre alten Teak-Paneele aus indonesischen Ruinen mit einem historischen, gusseisernen oder einem modernen, geradlinig geschmiedeten Unterbau besser zur Geltung kommen. Und auch instand gesetzte uralte Tischplatten aus bis zu 400 Jahre altem Kastanien- oder Nussbaumholz, deren Untergestelle dem Zahn der Zeit anheimfielen, werden von uns behutsam wieder zur alten Größe gebracht. Wobei – so ganz stimmt das nicht immer, denn tatsächlich waren die Menschen früher zwar kleiner, ihre Tische jedoch oftmals höher. Einfach weil man damals eher auf Bänken oder Schemeln saß, die ebenfalls höher waren als heutige Sitzgelegenheiten (Ergonomie spielte noch keine allzu große Rolle). Wenn nötig, werden überhohe Tische von uns behutsam aufs heutige Gardemaß gebracht. Das gelingt uns erfreulich oft mithilfe antiker gusseiserner Untergestelle, die gar nicht für Tische vorgesehen waren, sondern ehemals schwere Maschinen trugen. So etwa der Unterbau eines Rübenhäckslers der Firma Bamford von 1890 oder das Gestell einer Maschine zur Holzverarbeitung der 1885 gegründeten Firma Hobbs Manufacturing aus dem US-amerikanischen Worcester.

Auch höhenverstellbare Architektentischgestelle oder gusseiserne Tischgestelle der Firma F. Davis Atlas aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts lassen sich vortrefflich mit alten Hölzern kombinieren. Probieren Sie es gerne selbst aus und sprechen Sie uns an, wenn Sie auf der Suche nach etwas ganz Besonderem, Einmaligem sind; wir sagen Ihnen nicht nur, welche Untergestelle und Platten aktuell verfügbar oder nach Ihren Vorstellungen gestaltbar sind, sondern wir versichern Ihnen auch: Über den richtigen, wahrhaft eigenen Tisch freuen Sie sich jeden Tag, ein Leben lang.

Voller Durchblick. Aber es wäre ja auch zu schade, wenn der imposante Unterbau nur beim Aufheben der Serviette bemerkt würde

GUT ZU WISSEN

EINMAL TISCH, IMMER TISCH
Nicht jeder unserer historischen Tische entsteht durch die gekonnte Kombination eines alten Gestells mit einer antiken Platte – erfreulicherweise gibt es durchaus noch intakte Originale. Rustikale Landhaus-, Refektoriums- oder Gesindetische mit oftmals gewaltigen Ausmaßen gehören dazu – manche von ihnen sind mehr als 300 Jahre alt. Sie bestechen durch solide Hölzer, die oftmals dank derber Gewindestangen oder mittels mächtiger Bohlen eine unglaubliche Standfestigkeit beweisen. Auch diese Unikate werden sorgsam gesäubert, gewachst oder geölt – möglichst ohne die historische Patina zu verletzten. Vorhandene Scharten und Narben werden bewusst erhalten, schließlich sind sie ebenso wie kleinere Risse oder Brandflecken Ausdruck eines langen intensiven Gebrauchs.